Kerstin Kircheis

Beide Seiten müssen aufeinander zugehen

Die Fronten in der Debatte um den Führungsstil von Generalmusikdirektor Evan Christ scheinen verhärtet. Musiker des Philharmonischen Orchesters des Staatstheaters Cottbus empfinden die Zusammenarbeit mit ihm als nicht zumutbar, zu oft gab es Äußerungen „unter der Gürtellinie“.

Unbenommen ist Evan Christ ein großartiger Musiker, die Cottbuserinnen und Cottbuser lieben ihn und die Theaterlandschaft hat ihm viel zu verdanken. Aber er muss sich seiner Führungsrolle auch bewusst sein. Seine Musiker müssen ihn nicht lieben, aber respektieren. Wenn diese aber anfangen ihn zu fürchten, wird der Zustand für alle Beteiligten auf Dauer untragbar.  

Doch wie soll es weitergehen? Die Landtagsabgeordnete und Mitglied der Brandenburgischen Kulturstiftung  Cottbus-Frankfurt (Oder) Kerstin Kircheis sieht nur eine Chance: Beide Seiten müssen einen Schritt aufeinander zugehen. Die Musiker müssen ihre Abneigung gegen Christ zurückstellen, dieser wiederum sollte dringend an sich arbeiten, damit derartige Entgleisungen nicht mehr passieren. Die Führung des Staatstheaters könnte die Tür für ein erstes Entgegenkommen öffnen und Frank Bernard wieder einstellen. Nicht der Facebook-Posts hat das Fass zum überlaufen gebraucht, sondern seine Kündigung hat die Künstler auf den Plan gerufen und das Problem öffentlich gemacht.  Für eine neue, verbesserte Zusammenarbeit wäre dies der erste wichtige Schritt in diesem so wunderbaren Theater.